Museumsgebäude

Der Vorstand des Kunstvereins Winterthur initiierte 1908 den ersten Museumsbau, denn zuvor waren Sammlung und Ausstellungen in der Kunsthalle an der Marktgasse untergebracht gewesen. Nach einer längeren Diskussionsphase wurde 1913 das Projekt von Robert Rittmeyer (1868–1960) genehmigt und unter städtischer Ägide, doch zu einem grossen Teil durch Spenden von Privaten finanziert, im Kriegsjahr 1915 fertiggestellt. Im Gebäude fanden nicht nur das Kunstmuseum, sondern auch die Stadtbibliothek, das Münzkabinett und die Naturwissenschaftlichen Sammlungen Platz, obwohl die architektonische Formensprache und die Laternenoberlichter eindeutig das Kunstmuseum in den Vordergrund stellten. Städtebaulich schuf Rittmeyer gegenüber dem Stadthaus durch den tempelförmigen Mittelbau, den vorspringenden Seitenflügel und den grosszügigen Vorplatz, der später leider dem Verkehr geopfert wurde, eine repräsentative Situation ausserhalb der Altstadt. Das Innere verbindet geschickt die monumentalen, mit Marmor verkleideten Treppenhaus- und Foyerräume mit den Ausstellungssälen, die mittels getäfelter Simse, Wandbespannung und Teppichen die Intimität von Wohnzimmern erhielten. Zugleich herrscht dank der hervorragenden Belichtung eine erhabene Stimmung.Der Vorstand des Kunstvereins Winterthur initiierte 1908 den ersten Museumsbau, denn zuvor waren Sammlung und Ausstellungen in der Kunsthalle an der Marktgasse untergebracht gewesen. Nach einer längeren Diskussionsphase wurde 1913 das Projekt von Robert Rittmeyer (1868–1960) genehmigt und unter städtischer Ägide, doch zu einem grossen Teil durch Spenden von Privaten finanziert, im Kriegsjahr 1915 fertiggestellt. Im Gebäude fanden nicht nur das Kunstmuseum, sondern auch die Stadtbibliothek, das Münzkabinett und die Naturwissenschaftlichen Sammlungen Platz, obwohl die architektonische Formensprache und die Laternenoberlichter eindeutig das Kunstmuseum in den Vordergrund stellten. Städtebaulich schuf Rittmeyer gegenüber dem Stadthaus durch den tempelförmigen Mittelbau, den vorspringenden Seitenflügel und den grosszügigen Vorplatz, der später leider dem Verkehr geopfert wurde, eine repräsentative Situation ausserhalb der Altstadt. Das Innere verbindet geschickt die monumentalen, mit Marmor verkleideten Treppenhaus- und Foyerräume mit den Ausstellungssälen, die mittels getäfelter Simse, Wandbespannung und Teppichen die Intimität von Wohnzimmern erhielten. Zugleich herrscht dank der hervorragenden Belichtung eine erhabene Stimmung.

Schon in den sechziger Jahren war offensichtlich geworden, dass die Säle des Rittmeyer-Baus für die Präsentation von Sammlung und Ausstellungen nicht mehr genügten, doch gelang es trotz mehreren Anläufen nicht, eine politische Entscheidung der Stadt für die notwendige räumliche Erweiterung zu erwirken. Deshalb beschloss 1993 die Generalversammlung des Kunstvereins auf Vorschlag des Präsidenten, Urs Widmer, selbständig eine provisorische Erweiterung zu wagen. Man bat die Stadt Winterthur um die Erteilung des Baurechts auf der hinter dem Museumsgebäude gelegenen Liebewiese, führte einen Architekturwettbewerb durch und sammelte 1994 Spenden, um den Bau realisieren zu können. Dank Spenden der Mitglieder des Kunstvereins und anderer Freunde des Kunstmuseums konnte 1995 der vielbeachtete Erweiterungsbau von Annette Gigon (*1959) und Mike Guyer (*1958) eingeweiht werden. Über eine Treppe gelangt man in die neun durch Sheddächer gleichmässig belichteten Ausstellungsräume, welche die bisherige Fläche von 1100 Quadratmetern nahezu verdoppeln. Sie sind schachbrettartig angeordnet, so dass sich verschiedene Kombinationen von Sammlungspräsentation und Wechselausstellungen schaffen lassen. Prägnant markiert werden sie von drei grossformatigen Fenstern, die überraschend den Blick auf die Umgebung öffnen und umgekehrt den Passanten einen Einblick in das Museum freigeben. Die weissen Gipswände und die grauen Zementböden nehmen sich ganz zurück, um den Kunstwerken den Raum für ihre Entfaltung zu überlassen.