Räume besetzen – Werke von Bildhauerinnen

Isa Genzken, Meister Gerhard, 1983
Kunst Museum Winterthur
Photo: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)
© 2018, ProLitteris, Zürich

Besetzen, ein Begriff mit einer Vielfalt an Bedeutungen: Sie reichen von der Tätigkeit des Ausschmückens bis zu militärischen Handlungen. Entschieden weniger martialisch zeigt sich die Ausstellung Räume besetzen. Werke von Bildhauerinnen. Ausgehend von der Skulptur im klassischen Sinne steht in der thematischen Präsentation die Rückgewinnung des kulturellen Raumes für die Kunst von Frauen im Zentrum. Erstmals bietet das Kunst Museum Winterthur einen Einblick in diesen Aspekt seiner Sammlung und damit in das Schaffen von Künstlerinnen, die sich mit der Spannung zwischen Körper im Raum beschäftigen.

Der Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die männliche Aktfigur von Germaine Richier aus dem Jahre 1940. Eine ihrer Schülerinnen, die Winterthurerin Margrit Gsell-Heer (1887–1967), ist mit Bronzegüssen ebenfalls in der Sammlung vertreten. Ihre Plastiken stehen dem Idol von Meret Oppenheim (1913 – 1985) gegenüber, wo der Körper bloss noch angedeutet wird. Bei Heidi Bucher (1926 – 1993) ist die menschliche Präsenz nunmehr als Reminiszenz spürbar. Auch Marisa Merz (*1926) stellt die Figur ins Zentrum, sei es mit zierlichen Köpfen aus ungebranntem Ton, sei es in ihren filigranen Objekten aus gestricktem Kupferdraht.