Women
Frauenbilder durch die Jahrhunderte

Félix Vallotton, 1865–1925
Le repos des modèles, 1905
Kunst Museum Winterthur

Das Bild der Frau ist das Bild des Mannes der Frau. Diese auf den ersten Blick schlichte, in ihrer Konsequenz jedoch umso weitreichendere Feststellung trifft für Werbung, Mode und Unter­haltungsindustrie wie für die Stellung der Frau im gesellschaftlichen und politischen Kontext zu. Ebenso nachdrücklich ist die Kunstgeschichte davon geprägt.

Seit jeher waren Frauenbilder hauptsächlich Projektionen männlicher Künstler, geschaffen für ein (vorwiegend) männliches Kunstpublikum. Die Darstellung der Frau unterlag einem dezi­dierten Kanon von Stereotypen, die die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit widerspiegeln und demnach das jeweilige ästhetische Ideal dokumentieren: Maria oder Muse? Heilige oder Femme fatale? Zwischen derart klischierten Vorstellungen pendelte das Frauenbild in der Kunst während Jahrhunderten. So hat sich von den Altmeistern über Pierre Bonnard und Félix Vallotton bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine weit­gehend männlich geprägte Perspektive auf die Frau erhalten. Diesen stereotypen Konzepten männlichen Wunschdenkens standen historisch nur wenige Bildfindungen von Künstlerinnen gegenüber.

Die thematische Präsentation Women folgt keiner strengen Chronologie, sondern bringt über Stile, Gattungen und Epochen hinweg unterschiedlichste Frauendarstellungen in einen spannungsreichen Dialog: Von der stolzen Bürgersfrauen bis zu den lasziven Aktmodellen des 20. Jahrhunderts – aufgemischt durch starke Interventionen zeitgenössischer Künstlerinnen.