Paul Cezanne – eine Frage des Akzents
Vielleicht ist Ihnen im Zusammenhang mit der Ausstellung Tout est lumière aufgefallen, dass der Familienname von Paul Cezanne ohne Akzent auf dem ersten «e» geschrieben wird. Aber warum?
Dabei handelt es sich nicht um einen Fehler, sondern um die Schreibweise, mit der der Künstler selbst signierte.
Die Verwendung von Akzenten in der französischen Schriftsprache wurde 1762 durch die Académie française eingeführt und 1878 endgültig festgelegt, um die korrekte Aussprache zu gewährleisten. Deshalb schrieben und schreiben Autor:innen und Kritiker:innen den Namen des Künstlers in der Regel mit Accent Aigu.
Heute plädieren die Société Paul Cezanne in Aix-en-Provence sowie die Nachkommen für die originale Schreibweise ohne Akzent. Der einzige Akzent, den Cezanne im Grunde hatte, war sein provenzalischer Dialekt. So erinnerte sich der Filmemacher Jean Renoir an den Weggefährten seines Vaters: Es war eine klangvolle Sprache, bei der «das Geschirr vibrierte» – besonders, wenn Cezanne beim Fluchen das «r» rollen liess.



