Vom privaten Wohnsitz zum Museum – und zurück
Bedeutende Miniaturen ergänzen die Sammlung des Kunst Museum Winterthur

Das Agentenhaus in Horgen, früherer Wohnsitz des Arztes Dr. Emil S. Kern, wird nach Jahren mit Museumsbetrieb wieder Wohnhaus. Bedeutende Miniaturen des Interieurs ergänzen die bestehende Miniaturensammlung des Kunst Museum Winterthur. Ein Teil davon ist in der Ausstellung Momente der Zeit zu sehen.

Das historische Agentenhaus in Horgen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Vom privaten Wohnsitz des Kunstsammlers und Arztes Dr. Emil S. Kern wandelte sich das 1735 erbaute Riegelhaus zum Museum – und findet nun, nach über zwanzig Jahren als Ausstellungsort, wieder zu seiner ursprünglichen Funktion als Wohnhaus zurück. Die bedeutendsten Stücke der verbliebenen Miniaturen ergänzen die bestehende Sammlung im Kunst Museum Winterthur.

Vom Wohnhaus zum Museum – und wieder zurück
Das Horgener «Agentenhaus», ein eindrucksvoller Riegelbau aus dem Jahr 1735, war über viele Jahrzehnte das Zuhause von Dr. Emil S. Kern (1914–2014). Der Arzt und Kunstliebhaber restaurierte das historische Gebäude sorgfältig und richtete es mit wertvollen Einbaumöbeln, Teppichen, Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken im Stil eines bürgerlichen Wohnhauses des 18. Jahrhunderts ein.

Darüber hinaus sammelte Emil Kern sukzessive auch Porzellan aus der Kilchberger Manufaktur Schooren sowie Miniaturbildnisse vom 16. bis 19. Jahrhundert. Seine Miniaturensammlung vermachte er 1995 der Stadt Winterthur. Drei Jahre später schenkte er das Agentenhaus mitsamt Ausstattung und eine weitere Liegenschaft der Stiftung Zürcher Heimatschutz, welche im Jahr 2000 das «Wohn- und Porzellanmuseum E. S. Kern» eröffnete.

Weitere Miniaturen für die Sammlung des Kunst Museum Winterthur
Doch die Unterhaltskosten überstiegen die Mieteinnahmen, und ohne zusätzliche Unterstützung liess sich der Museumsbetrieb langfristig nicht finanzieren. Nun kehrt das Agentenhaus zu seiner ursprünglichen Funktion als Wohnhaus zurück. Die Stiftung Zürcher Heimatschutz übergab die Porzellansammlung 2025 an das C.-F.-Meyer-Haus in Kilchberg. Das Kunst Museum Winterthur durfte die im Haus verbliebene Miniaturensammlung sichten und erhielt die bedeutendsten Stücke als Schenkung. Eine Anzahl an Kleinbildnissen aus dem ehemaligen Musikzimmer, die eben dieses Thema im Kleinformat vorführt, ist besonders erwähnenswert und ist in der aktuellen Ausstellung Momente der Zeit zu sehen.