Tout est lumière
Cezanne, van Gogh, Matisse und die Maler des Südens

28.3. – 30.8.2026 | Villa Flora

Henri Charles Manguin
La Servianne, 1919
Kunst Museum Winterthur, Jubiläumsgeschenk von E. Richard Bühler, 1923
Foto: SIK-ISEA, Zürich, Philipp Hitz

Medienorientierung zur Ausstellung am Donnerstag, 26. März 2026, 11 Uhr (Bitte um Anmeldung) oder individuelle Führung auf Anfrage

Kunst Museum Winterthur | Villa Flora
Tösstalstrasse 44, 8400 Winterthur

Die Ausstellung Tout est lumière in der Villa Flora des Kunst Museum Winterthur zeigt französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Auf dem Weg an die Côte d’Azur begegnet man Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen der Künstlerfreunde des Hauses. Eine Hommage an die Maler um Cezanne, van Gogh und Matisse sowie das Kunstsammlerpaar Hahnloser, die das Licht des Südens nach Winterthur brachten.

Die Ausstellung Tout est lumière lässt die Besucher:innen in sonnendurchflutete Landschaften eintauchen, die unweigerlich an Ferien und Sommer denken lassen. Sie vereint Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Paul Cezanne, Vincent van Gogh, Pierre Bonnard, Henri Matisse und anderen Künstlern, die es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus den grauen Städten an die französische Mittelmeerküste zog. An der Riviera entdeckten sie die bislang kaum gemalte maritime Natur und fanden zu neuen Ausdrucksformen, um sich von alten Traditionen zu lösen und im Licht des Südens den Aufbruch in die Moderne voranzutreiben.

1888 reiste van Gogh in Richtung Mittelmeer und blieb in Arles hängen, wo er seinen Traum verwirklichen wollte, ein «Atelier des Südens» als Künstlerkolonie zu gründen. Die Idee scheiterte, doch entstanden unzählige Gemälde gleissender Landschaften, mit denen er sich in die Kunstgeschichte einschrieb. Für ihn waren Licht und Farben des Südens Befreiung und Offenbarung zugleich – sie liessen ihn malen, ohne an Regeln zu denken: «Im Süden werden die Sinne geschärft. Die Hände werden wendiger, das Auge aufmerksamer und das Denken klarer.»

Bereits Cezanne zog es nach seinem Pariser Aufenthalt zurück in die Heimat, wo er sich fortan der mediterranen Landschaft widmete. Darin gelang ihm die Überwindung der impressionistischen Malweise zugunsten einer flächig organisierten Darstellung «parallel zur Natur». Damit war ein Wandel angezeigt, der die Kunst des 20. Jahrhunderts bestimmen sollte: Wie etwas gemalt ist, wurde nun wichtiger, als was gemalt ist. Diesem Motto folgte die jüngere Künstlergeneration, um im Licht des Südens ihre Sinne zu schärfen und ihre Kunst weiterzuentwickeln. Bonnard etwa zog es nach Le Cannet, Matisse nach Nizza, Manguin nach Saint-Tropez. Und auch das Sammlerehepaar  Hedy und Arthur Hahnloser fand im milden Klima ein zweites Zuhause. Ab 1923 verbrachten sie die Wintermonate in Le Cannet, wo sie in regem Austausch mit ihren Künstlerfreunden standen.

Tout est lumière ist eine Hommage an das Licht des Südens – an die Künstler, die darin ihre Freiheit fanden, und an Hedy und Arthur Hahnloser, die dieses Leuchten in ihrer Sammlung weitertrugen.