Portraitserie Galerieverein
Wir stellen unser Mitglied Ricco Meierhofer vor

Ricco, das Werk «Casa rossa» von Niklaus Stoecklin ist in Privatbesitz und als Leihgabe in der aktuellen Ausstellung «Reflexionen aus dem beständigen Leben – Niklaus Stoecklin | Liselotte Moser | Louisa Gagliardi» zu sehen. Für dich hat es eine besondere Faszination. Erzähl uns warum.

Aus dem Nachlass meiner Mutter erbte ich ein wunderschönes, handgedrucktes Buch «Casa rossa – Phantasie über das Bild von Niklaus Stoecklin von Ernst Grosse», herausgegeben 1927 von Georg Reinhart. Dieses schwarzweisse Werk fasziniert mich sehr, ich suchte nach dem Original in Farbe und stieg im Tessin nahe Tenero sogar den Hang empor, wo Stoecklin 1917, während seines Militärdienstes am Lago Maggiore, Skizzen dafür anfertigte. Dass wir Stoecklins erstes grosses Ölbild, mit dem er für Furore sorgte, nun hier erleben und in die vielen detailreichen Momente eintauchen können, ist wunderbar.

Niklaus Stoecklin
Casa rossa, 1917
Privatsammlung
©2026, ProLitteris, Zurich

Casa rossa heute
© Ricco Meierhofer

Welche Ausstellung ist dir in bleibender Erinnerung? 

El Frauenfelder gewann 2015 den Manor Kunstpreis für den Kanton Zürich durch welchen sie eine Einzelausstellung im Kunst Museum Winterthur erhielt. Die damalige Führung des Galerievereins zu ihren eindrücklichen Werken hat mich nachhaltig beeindruckt – so sehr, dass ich ein grosses Bild ankaufte. Seither verfolge ich den künstlerischen Weg von El Frauenfelder mit grossem Interesse und freue mich an ihrer Entwicklung von der gegenständlichen Kunst zur reinen Abstraktion.

El Frauenfelder
Haus Neuhausen rot/blau, 2015

Hast du weitere Interessen und Vorlieben?

Jedesmal, wenn ich im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus vom Altbau zum Neubau hinübergehe, bleibe ich im engen Durchgang beim Bild von Verena Loewensberg kurz stehen – und staune über die einfache, konstruktive Komposition in Schwarzweiss: Das zentrale weisse, imaginäre Quadrat wird von schwarzen, roboterartigen Fingern fast symmetrisch umklammert … – für mich eine sehr kraftvolle Komposition. Als Grafiker begleitet mich diese Liebe zur konkreten und konstruktiven Kunst schon lange.

Du wolltest noch etwas erwähnen …
Ja, gerne. Immer wieder, wenn ich nach intensiver Kunstbetrachtung – bei einer Kurator:innenführung im Galerieverein oder auch mit Freunden länger über ein Bild diskutiere – das Museum danach verlasse und in der Altstadt an den ersten Schaufenstern vorübergehe, kommen mir die bunten Werbeanpreisungen sehr hohl und unwirklich vor. Ein Phänomen, das etwa 10 Minuten anhält – bis ich dann wieder in der realen Welt angekommen bin … Dieser Einfluss der Kunst auf meine Wahrnehmung lässt mich verwundert schmunzeln.