Jutta Koether
Charm
12.9.2026 – 17.1.2027 | Villa Flora
Medienorientierung zur Ausstellung am Donnerstag, 10. September 2026, 11 Uhr mit Künstlerin Jutta Koether und Direktor Konrad Bitterli (Bitte um Anmeldung) oder individuelle Führung auf Anfrage.
Kunst Museum Winterthur | Villa Flora
Tösstalstrasse 44
8400 Winterthur
Mit der Ausstellung Charm präsentiert das Kunst Museum Winterthur in der Villa Flora die inter-national renommierte Künstlerin Jutta Koether. Koether zählt seit den 1980er Jahren zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Kunst. In Winterthur setzt sie sich mit Werken der französischen Moderne auseinander und tritt dabei in einen Dialog mit der Sammlung der Villa Flora.
Charm, so der Titel von Jutta Koethers Ausstellung in der Villa Flora, spielt mit unterschiedlichsten Begrifflichkeiten. Das Wort im Englischen weist zahlreiche Bedeutungen auf, vom (französischen) Charme und Reiz bis zum Talisman und Zauber. Diese Vieldeutigkeit fasziniert die Künstlerin, denn genauso ist ihre Kunst.
Jutta Koethers Schaffen sei ein grossangelegter Versuch, «eine Gegen-Geschichte zum Kanon der modernen Malerei zu entwerfen», wie das Museum Brandhorst ihre umfassende Einzelausstellung Tour de Madame ankündigte. In der Tat hat die 1958 in Köln geborene und heute zwischen New York und Berlin pendelnde Künstlerin die Kulturlandschaft seit den 1980er Jahren massgeblich geprägt, als Malerin, Performerin und Musikerin, aber auch als Redakteurin und Herausgeberin des Magazins SPEX und als Verfasserin unzähliger Rezensionen, unter anderem für die Zeitschrift Texte zur Kunst.
Ihr malerisches Schaffen setzt in den 1980er Jahren im Umfeld der neoexpressiven Kunst in Köln ein. Unter dem Schlagwort Der Hunger nach Bildern fand nach Jahren konzeptueller Kunst weltweit eine «Rückbesinnung» auf die Malerei statt unter Begriffen wie Neue Wilde Malerei oder «Transavanguardia». Diese Bewegung war wie die Malerei insgesamt mehrheitlich von männlichen Kollegen geprägt, die das Klischee des Malers oft extensiv auslebten. Jutta Koether stellte diesem unmittelbaren heftigen Zugriff ein vielschichtiges malerisches Werk entgegen: gestischer Pinselstrich und Darstellungen weiblicher Körper sowie die lyrische Aneignung von Poesie und Kunstgeschichte verbanden sich bei ihr mit populärkulturellen Elementen. Mit ihrem Umzug nach New York erweiterte sie diese um Motive der Punk- und Noise-Kultur. Damit stellte sie den männlich dominierten Kanon der Kunstgeschichte in Frage und griff Motive von Künstlerinnen auf.
Jutta Koethers Schaffen war in zahlreichen Ausstellungen zu erleben, etwa 2007 in der Kunsthalle Bern, 2011 im Moderna Museet, Stockholm und 2018 im Museum Brandhorst, München.
In der Villa Flora wird sich die Künstlerin mit Charm der französischen Moderne, insbesondere Gemälden von Félix Vallotton und Henri Matisse, widmen, die ebendort nach der Jahrhundertwende vom Winterthurer Sammlerehepaar Hedy und Arthur Hahnloser geschätzt und gesammelt wurden.



