Portraitserie Galerieverein
Wir stellen unsere Mitglieder Dölf und Magy Ott-Wirz vor

«Manchmal brauchte es Zeit, um einen Künstler oder ein Werk zu verstehen und ein Gefühl dafür zu entwickeln.» Dölf und Magy Ott-Wirz
Vielen Dank Magy und Dölf, dass wir euch zu Hause besuchen dürfen. Ihr beide seid seit 1960 im Galerieverein dabei. Erzählt doch bitte, was euch damals dazu bewogen hat, dem Galerieverein beizutreten?
Magy: Schon als Kind habe ich sehr gerne gezeichnet und gemalt. Ebenso hatte ich grosses Interesse und Freude am Modellieren und an der Bildhauerei. Mein Vater war Mitglied im Galerieverein und hat mich oft in die Museen in Winterthur mitgenommen. Diese Erfahrungen waren der Auslöser, dass wir dem Galerieverein beigetreten sind.
Dölf: Wir waren Mitglied im Musikkollegium. Ich bin sehr musikinteressiert und habe über viele Jahre Geige bei Frau Aida Stucki und Herr Piraccini studiert und selbst gespielt. Die bildende Kunst hat mich anfangs weniger interessiert, doch mit der Zeit habe ich gelernt, diese Vielfalt zu schätzen.
Welche Bedeutung hat die Mitgliedschaft im Galerieverein für euch?
Magy + Dölf: Wir haben die Veranstaltungen des Galerievereins so oft wie möglich besucht. Besonders die Führungen durch die Ausstellungen haben uns sehr gefallen. Sie waren abwechslungsreich, interessant und lehrreich. Sie gaben Einblicke in das Leben der Kunstschaffenden und in ihre Werke. Nicht alle Ausstellungen haben uns auf Anhieb angesprochen – manchmal brauchte es Zeit, um einen Künstler oder ein Werk zu verstehen und ein Gefühl dafür zu entwickeln. Dazu haben die Führungen geholfen, die Kunst aus einer anderen Perspektive zu sehen und besser zu verstehen. Heute ist es uns aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr möglich, an den Veranstaltungen des Galerievereins teilzunehmen. Wir denken oft an die schönen und abwechslungsreichen Führungen zurück. Auch die vielen persönlichen Begegnungen mit anderen Mitgliedern waren eine Bereicherung.
Wie hat sich der Galerieverein über all die Jahre verändert?
Magy: Ich finde die Entwicklung des Galerievereins insgesamt als sehr positiv – sowohl was die Veranstaltungen und Führungen betrifft, wie auch die Mitgliederausflüge. Das Angebot ist vielseitig und interessant. Besonders in Erinnerung sind mir die Ausstellungen von Paul Klee und Giorgio Morandi geblieben. Für mich hat es bei Paul Klee eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich einen Zugang zu seinen Werken gefunden habe. Die Ausstellung von Giorgio Morandi im Jahre 1956 war ein schönes Erlebnis; ich erinnere mich, dass Giorgio Morandi persönlich anwesend war – ein scheuer und zurückhaltender Künstler.
Was für einen persönlichen Bezug habt ihr zu Kunst?
Dölf: Im Lauf der Zeit habe ich die bildende Kunst schätzen gelernt – sowohl in den Museen wie auch durch die Malerei von Magy und ihrer Familie.
Magy: Mein Grossvater war der bekannte Wiener Kunstmaler Josef Stoitzner. Kunst und Malerei waren in unserer Familie ein wichtiges und stets präsentes Thema. In jungen Jahren ermöglichte mir mein Vater, im Atelier des renommierten Winterthurer Bildhauers Robert Lienhard Unterricht zu nehmen. Über die Jahre habe ich mir ein eigenes Atelier eingerichtet, wo ich mich der Malerei widmete und Ausstellungen zusammenstellen konnte.
Das Interview wurde von den Vorstandsmitgliedern Susana Sandholzer und Samuel Münzenmaier aufgezeichnet.






