3 x 2: Fokus Winterthur
Reto Boller / Céline Brunko

9.10. – 1.11.2026 | Reinhart am Stadtgarten

Die Dezemberausstellung ist traditionell die Plattform für das Kunstschaffen aus Stadt und Region Winterthur. 2026 zeigt die Fokusschau für einmal keine kuratierte Gruppenausstellung. Stattdessen wird drei Mal für jeweils drei Wochen der Fokus auf zwei Künstler:innen mit Bezug zur Stadt oder der Region Winterthur gesetzt. Den Abschluss bilden Reto Boller und Céline Brunko. Ihre Werke sind vom 9. Oktober bis 1. November 2026  im Kabinettraum und im Foyer des Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten zu sehen.

Reto Boller

Straight Story lautete der Titel von Reto Bollers Ausstellung 2022 in der Galerie Mark Müller, Zürich. Dieser bezog sich auf einen Film von David Lynch von 1999, der einem Alvin Right auf seiner Odyssee mit Rasentraktor durch den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten folgt.
Reto Boller verzichtete auf den Traktor, führt in seiner Installation jedoch stationenweise durch Situationen und Materialassemblagen, deren narratives Potenzial der Künstler sich raffiniert zu Nutze macht. Im Zentrum steht eine Art Bühne, darauf ausgelegt ein Teppich mit roten Spuren: Theaterbühne oder Bildträger? Tatort eines schweren Verbrechens oder malerische Geste? Reto Boller spielt gekonnt mit den Ambivalenzen. So auch in Kleiderhaken (2022): Hosen, Schuhe, T-Shirts und Pullis hängen an massiven Metallträgern von der Wand. In ihrer regelmässigen Installation vermitteln sie den Eindruck architektonischer Setzungen, veranschaulichen zugleich mit geradezu brutaler Direktheit körperliche Absenz. Dazu passt das leuchtendorange Warnschild: Hand (2022). Das vom Künstler modifizierte Piktogramm verweist auf eine unmittelbare Gefahrensituation, ins Monumentalformat übertragen und ohne just diese Gefahr zu bezeichnen.

Reto Boller (*1966 in Zürich) arbeitete während vieler Jahre in Winterthur. Sein Schaffen wird international wahrgenommen und gründet in den Traditionen einer erweiterten Malerei, deren Möglichkeiten er immer wieder auslotete und in den vergangenen Jahren um dezidierte, plastische Setzungen erweiterte.

Céline Brunko

Das Schaffen von Céline Brunko (*1987 in Bülach, lebt und arbeitet in Zürich) geht buchstäblich in die Tiefen: In ihrem Video New World (2025), präsentiert an der Dezemberausstellung 2025, beschäftigte sie sich am Beispiel von Paris mit der vertikalen Schichtung von Stadtlandschaften und deren unsichtbarem Untergrund. Dort erforschte sie die unzugänglichen Steinbrüche und Katakomben, die das bauliche Wachstum der Weltmetropole letztlich ermöglichten.

In ihrem Beitrag für die Ausstellung 3 x 2 kehrt Céline Brunko gewissermassen in ihre Heimat zurück: Remember the earth’s crackles I & II stammt von 2020 und verbindet spektakuläre Filmaufnahmen von Kiesgruben im Zürcher Unterland mit Einblicken in eine Betonfabrik in der Linthebene. In ihren düster wirkenden Bildwelten, untermalt von einer eindrücklichen Tonspur sowie in der Gegenüberstellung thematisiert sie den Raubbau natürlicher Ressourcen im Hinblick auf den Aufbau urbaner Räume – letztlich drehen sich ihre Werke um aktuelle Fragen von Ökologie und Ökonomie wie auch der akuten Klimakrise – gleichsam als düstere Vorboten einer sich abzeichnenden realen Apokalypse. Inszeniert hat Céline Brunko ihre Videos in einer Art temporären Struktur aus Baugerüsten, die das Foyer im ersten Obergeschoss des Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten besetzt.

Klodin Erb / Esther Mathis
Dave Bopp / Nicolle Bussien
Reto Boller / Céline Brunko

Kuratiert von Konrad Bitterli und Andrea Lutz

 

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Kunst Museum Winterthur
Reinhart am Stadtgarten
Stadthausstrasse 6
8400 Winterthur
Route hierher

time-pos

Di bis So 10 – 17 Uhr
Do bis 20 Uhr
Mo geschlossen

price-pos

Eintritt (Ausstellungen und Sammlungen aller Standorte):
CHF 26 / 19

Einzeleintritt (1 Standort):
CHF 18 / 15

Details