Mona Hatoum
Routes of Dissoncance

3.10.2026 – 31.1.2027 | Beim Stadthaus

Mona Hatoum
Still Life (medical cabinet) III, 2024
Courtesy of Mona Hatoum

Photo © White Cube (Theo Christelis)

Medienorientierung:

Freitag, 2. Oktober 2026, 11 Uhr mit Künstlerin Mona Hatoum und Direktor Konrad Bitterli (Bitte um Anmeldung) oder individuelle Führung auf Anmeldung.

Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus
Museumstrasse 52
8400 Winterthur

Vom 3. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027 präsentiert das Kunst Museum Winterthur mit Routes of Dissonance eine umfassende Einzelausstellung von Mona Hatoum. Die international renommierte Künstlerin verbindet in ihren Skulpturen und Installationen persönliche Erfahrungen von Entwurzelung mit universellen Fragen nach Verletzlichkeit, Bedrohung und Zugehörigkeit und zählt damit zu den prägenden Stimmen der Gegenwartskunst.

Routes of Dissonance (deutsch: Wege der Dissonanz) lautet der Titel von Mona Hatoums umfangreicher Einzelausstellung im Kunst Museum Winterthur. Der Titel reflektiert auf subtile Weise die Turbulenzen unserer Zeit und die unterschiedlichen Wege, mit diesen Umbrüchen umzugehen. Zugleich verweist er auf die Raumfolge der Winterthurer Ausstellungshalle, die im Gegensatz zu klassisch-hierarchisch gegliederten Museen unterschiedliche Routen des Betrachtens und Entdeckens von Hatoums Kunst ermöglichen.

Der Körper als Projektionsfläche für gesellschaftliche und politische Themen bildet die Basis für das künstlerische Schaffen von Mona Hatoum. 1952 in einer palästinensischen Familie in Beirut geboren, weilte sie 1975 in London, als der libanesische Bürgerkrieg ausbrach und ihr die Rückkehr in die Heimat unmöglich machte. Diese unmittelbare Erfahrung  des Fremdseins gleichsam am eigenen Leib mit übersetzte sie ab den 1980er Jahren in ihre verstörenden Performances. Seit den frühen 1990er Jahren realisiert sie Skulpturen und Installationen, in denen der abwesende Körper wie das private Heim als Metaphern für Bedrohung und Verletzlichkeit stehen. Strenge Formen kontrastieren mit fragilen Materialien, Objekte des Alltags täuschen Behaglichkeit vor, enthüllen aber latent Gefahr. «Ich verwende gerne Möbel in meinen Arbeiten, weil es dabei um das alltägliche Leben geht.  Wenn diese Objekte instabil oder bedrohlich erscheinen, erinnern sie an unsere eigene Zerbrechlichkeit.» (Hatoum)

Die von der Künstlerin provozierte Ambivalenz verweist auf den Verlust von Vertrautem und Fassbarem. In ihrem Schaffen erweitert Mona Hatoum die formalen Möglichkeiten der Minimal Art um die Dimension des Politischen und Existentiellen. Mit der Überwindung der Selbstreferentialität der Kunst wurde die Künstlerin zu einer Ikone der Kunst der letzten Jahrzehnte, wie ihre Einzelausstellungen in bedeutenden Museen weltweit belegen – darunter das Centre Pompidou in Paris in 2015, die Tate in London in 2016 und 2017 in der Menil Collection in Houston. 2004 wurde ihr der Roswitha Haftmann-Preis, 2010 der Käthe-Kollwitz-Preis, 2011 der Joan Miró Preis, 2017 der 10. Hiroshima-Kunstpreis und 2019 der Preis Praemium Imperiale in Japan verliehen.

Das Kunst Museum Winterthur präsentierte mehrmals Werke von Mona Hatoum in thematischen Ausstellungen zur Skulptur und Videokunst. Routes of Dissonance bietet einen vertieften Einblick in das ebenso eindrückliche wie beklemmende Werk.

Kuratiert von Konrad Bitterli