Welt aus den Fugen
9 zeitgenössische Installationen

21.5. – 14.8.2022 | Beim Stadthaus

Lizzie Fitch/Ryan Trecartin
Plaza Point, 2009

Klimawandel, Pandemien und unzählige Konflikte führen zu einer grundlegenden Desorientierung, welche die heutige Zeit prägt: Die Welt scheint regelrecht aus den Fugen geraten zu sein. Althergebrachte Erklärungsmuster taugen nicht mehr, um der Komplexität der Gegenwart beizukommen, die zwischen digitaler Kommunikation und radikalem Individualismus, Vergangenheit, Gegenwart und einer ungewissen Zukunft oszilliert. Orientierungslos zwischen Innovation und Tradition wechselnd, befindet sich die westliche Gesellschaft im permanenten Krisenmodus.

Die Kunst reflektiert diese Phänomene und entwickelt dazu ihre eigenen Strategien der Auseinandersetzung. Gerade in raumgreifenden Installationen ist das Publikum mit einer Fülle von Informationen und Ereignissen konfrontiert, welche die Aufnahmefähigkeit zeitgleich strapazieren. Die klare Trennung zwischen Kunstwerk und Publikum löst sich zugunsten multimedialer Räume auf, in denen Internet und Digitalisierung tragende Rollen übernehmen. Installationen werden nicht betrachtet, sondern erlebt; sie setzen einen interaktiven Prozess in Gang, der gleichzeitig vielfältige Denkansätze fördert.

Die Ausstellung vereint Installationen von neun internationalen Kunstschaffenden der jüngeren Generation, u.a. Ed Atkins (* 1982), Julian Charrière (* 1987), Lizzie Fitch / Ryan Trecartin (beide * 1981) und Anne Imhof (* 1978). Alle Installationen befassen sich mit anderen inhaltlichen Aspekten, seien dies künstliche Intelligenz, Ökologie oder Genderfluidität. Sie veranschaulichen, dass gesellschaftliche Fragen nicht mehr gültig beantwortet werden können. Jede für sich bildet einen Kosmos, der vom Zusammenspiel von Zeit und Raum, von unterschiedlichen Objekten und medialen Formaten lebt. Diese innere Dichte wird vom Publikum fortwährend mitproduziert, indem es sie ordnet und situativ zusammensetzt. Zusammen erwecken die neun Installationen das Bild einer aus den Fugen geratenen Welt, in der Ambivalenzen bis zur Schmerzgrenze auszuhalten sind – um sie produktiv zu deuten.

Kurator: Lynn Kost

Mit freundlicher Unterstützung

Artikel aus dem Shop

location-pos

Kunst Museum Winterthur
Beim Stadthaus
8400 Winterthur
Route hierher

time-pos

Dienstag 10 – 20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag geschlossen

price-pos

CHF 19 / 16 (ermässigt)
Mit dem Ticket können Sie alle drei Standorte besuchen.

Details