Modernité – Renoir, Bonnard, Vallotton
Die Sammlung Richard Bühler

3.10.2020 – 20.2.2021 | Reinhart am Stadtgarten

Medienorientierung zur Ausstellung
Donnerstag, 1.10.2020, 11 Uhr oder individuelle Führung auf Anmeldung
Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten
Stadthausstrasse 6, 8400 Winterthur
Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl bitten wir um Anmeldung für die Medienorientierung bis Dienstag,  29.9.2020

Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, wissenschaftlicher Katalog mit zahlreichen Abbildungen und neuesten Forschungsresultaten zur Winterthurer Kunst um 1900. Er erscheint im Hirmer Verlag, München.
Mit Beiträgen von:

  • Angelika Affentranger-Kirchrath, ehem. Kuratorin Villa Flora
  • Konrad Bitterli, Direktor Kunst Museum Winterthur
  • Dr. Matthias Frehner, ehem. Direktor Kunstmuseum Bern
  • Harry Joelson-Strohbach, Archivar Kunst Museum Winterthur
  • Dr. Rudolf Koella, ehem. Konservator Kunstmuseum Winterthur
  • Andrea Lutz, Kuratorin der Ausstellung
  • David Schmidhauser, Kurator der Ausstellung

Der Winterthurer Sammler und Mäzen Richard Bühler prägte mit seinem privaten und öffentlichen Engagement ein neues Kunstverständnis in der Schweiz. Er läutete einen Geschmackswandel hin zur Moderne ein und war in Winterthur einer der bedeutendsten Vorkämpfer für die moderne französische und Schweizer Malerei. Nun widmet sich das Kunst Museum Winterthur in der Ausstellung Modernité – Renoir, Bonnard, Vallotton erstmals dem in Vergessenheit geratenen Sammler und Mäzen mit einem Fest der Farben.

E. Richard Bühler (1879–1967) gehörte zu den wichtigsten Sammlerpersönlichkeiten der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als privater Sammler und als Präsident des Kunstvereins liess er Winterthur zu einem der führenden Orte der modernen französischen Malerei werden. Er prägte mit seinem Engagement nicht nur die Sammlung des Kunstvereins Winterthur, sondern leitete einen allgemeinen Geschmackswandel in der Schweiz ein. Mit seiner Cousine Hedy Hahnloser-Bühler und ihrem Mann Arthur Hahnloser teilte er die Begeisterung für die moderne, französische Kunst, die bis dahin in der Schweiz kaum Beachtung gefunden hatte. Daneben war er massgeblich an Planung, Bau und Betrieb des neuen Museumsgebäudes beteiligt, das 1916 eröffnet wurde.

1907 kam es mit der Wahl von Richard Bühler und Arthur Hahnloser sowie weiteren Winterthurer Persönlichkeiten in den Vorstand des Kunstvereins zu einer radikalen Erneuerung im Kunstmuseum. Die alte Garde der Vorstandsmitglieder musste einer jüngeren aufgeschlossenen Generation weichen, was in der Öffentlichkeit wie eine Palastrevolution gewirkt haben muss. Als Präsident des Kunstvereins und mit grosszügigen Schenkungen richtete Bühler das Haus gezielt auf die französische Moderne hin aus.

Anders als die Sammlungen von Oskar Reinhart und des Ehepaars Hahnloser hat die private Kollektion von Richard Bühler die Zeit nicht überdauert. Ziel der Ausstellung und des Katalogs ist es, diese in ihren Konturen und wesentlichen Entwicklungslinien nachzuzeichnen. Gleichzeitig soll auch sein grosses Engagement für das Kunstmuseum aufgezeigt werden, das sich unter seiner Ägide von einem Regionalmuseum zu einer international beachteten Institution wandelte.

Im Zentrum steht die Malerei der Nabis um Félix Vallotton, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard sowie die Kunst der Fauves um Albert Marquet und Henri Manguin. Ergänzt  werden sie durch Zeichnungen von Meistern wie Eugène Delacroix und Henri de Toulouse-Lautrec sowie ausgewählte Skulpturen von Aristide Maillol, Auguste Rodin und Charles Despiau. Den Auftakt dazu bildet die Schweizer Moderne um Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti. Damit wird die moderne Kunst um die Jahrhundertwende und die progressive Kunstauffassung Richard Bühlers wieder erlebbar, gleichzeitig erhält man einen Einblick in die faszinierende Welt eines aussergewöhnlichen Mäzens.