Charlotte Prodger

Blanks and Preforms

Alan Charlton-Richard Long

4.9. – 4.11.2021 | Beim Stadthaus

Charlotte Prodger
Compression Fern Face, 2014
© Courtesy Hollybush Gardens und Kendall Koppe

Medienorientierung zur Ausstellung

Donnerstag, 2. September 2021, 11 Uhr oder individuelle Führung auf Anmeldung unter kommunikation@kmw.ch / telefonisch unter 052 267 51 77

Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus

 

Publikation

Zur Ausstellung von Charlotte Prodger erscheint im November 2021 die erste Monografie der Künstlerin mit zahlreichen Abbildungen und Texten im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln.

 

Zum ersten Mal ist in der Schweiz das Werk der Turner Prize-Gewinnerin Charlotte Prodger im Kunst Museum Winterthur zu entdecken. Parallel dazu – und als  inhaltliche Erweiterung – wird eine  dialogische Ausstellung der beiden herausragenden britischen Künstler Alan Charlton und Richard Long zu sehen sein.

Charlotte Prodger (*1974) gehört in der Sparte Videokunst zu den innovativsten Künstlerinnen jüngerer Generation. Sie wurde 2018 mit dem renommierten Turner Prize für ihr Werk BRIDGIT ausgezeichnet, das sie komplett mit dem Mobiltelefon filmte. 2019 repräsentierte sie Schottland an der 58. Internationalen Kunstbiennale von Venedig. In ihrem Schaffen thematisiert die Künstlerin gesellschaftlich akute Fragen rund um Genderpolitik, Individualität und Freiheit aus radikal subjektiver Optik. Trotz internationaler Anerkennung unter Fachleuten gilt es, ihr eindrückliches Werk noch weitgehend zu entdecken. Blanks und Preforms ist die erste Einzelausstellung von Charlotte Prodger in der Schweiz, für die sie eigens die neue Videoarbeit mit dem Titel Orange Film realisiert.

Alan Charlton (*1948) und Richard Long (*1945) zählen zu den herausragenden britischen Künstlern der vergangenen Jahrzehnte. Long gilt als einer der Pioniere der sogenannten Land Art, einer Kunstrichtung, welche seit den 1960er Jahren die Landschaft als Werk-, Ausstellungs- und Erfahrungsraum versteht. Alan Charlton hingegen gehört zu den radikalsten Malern seiner Generation. Er bezeichnet sich selbst als Mann, der graue Gemälde schafft. Seit 1969 sind seine Gemälde ausschliesslich in dieser (Nicht-)Farbe gemalt. Im Dialog entfalten die Werke Longs und Charltons einen Fächer der zentralen Fragen der Kunst ihrer Epoche: die Suche nach neuen Möglichkeiten für die Kunst jenseits akademischer Traditionen und institutioneller Zwänge. Die Doppelausstellung von Alan Charlton und Richard Long wird mit Beständen der eigenen Sammlung und ausgewählten Leihgaben realisiert. Das Fundament dazu bildet die umfangreiche Dauerleihgabe der Amsterdamer Sammlung Agnes und Frits Becht, die 2020 nach Winterthur kam. Darunter befinden sich erstrangige frühe Werke der beiden Künstler, welche das Sammlerehepaar als eigentliche Pioniere zum damaligen Zeitpunkt erworben hatte.

Die einmalige Kombination von Vertretern zweier Generationen britischer Kunst verbindet sich durch das Interesse Charlotte Prodgers an der Land Art der 1970er Jahre, die sie in ihren Videos zitiert, sowie durch ihre radikale formale Reduktion und ihre Vorliebe für Grauwerte, wie sie in ihren Fotoarbeiten sichtbar wird.